„Behold, the Sea“ – „Schau, das Meer“ – ruft der riesige Chor zu Beginn von Ralph Vaughan Williams’ „Sea Symphony“, seiner literarisch-musikalischen Hymne auf den Zauber des Meeres. Diese Sinfonie auf die visionären Verse von Walt Whitmans Gedichtzyklus „Grashalme“ aus der Feder des erst 30-Jährigen Vaughan Williams wird hierzulande kaum gespielt, ist aber ein Meilenstein in der Geschichte: Fast zeitgleich zu Mahlers 8. Sinfonie schrieb Vaughan Williams eine von zwei neuen Sinfonien, in denen der Chor ständiges Element und integrierter Bestandteil der Partitur ist. Die „Sea Symphony“ gab 1910 den Anstoß zu einer neuen Ära sinfonischer Werke und legte zugleich den Grundstein für die eigenständige „Englische Sinfonie“.

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